Schreibprogramme für PC, Mac und Tablet Computer

Software für Textverarbeitung gehört zur Grundausstattung  jedes PC oder Mac, egal ob für private Briefe, Bewerbungen oder geschäftliche Korrespondenz. Der Markt wurde lange Jahre von Microsoft Word dominiert, daß auch heute noch auf die überwiegenden Zahl an Computers mit Windows Betriebssystem installiert ist. Heute gibt es aber auch Alternativen, selbst kostenlose Schreibprogramme müssen sich nicht mehr hinter der Konkurrenz aus Redmont verstecken.

Microsoft Office mit Word Schreibprogramm für Windows

Das Schreibprogramm Word von Microsoft besticht in der neuen Version, integriert in “Office 365“, vor allem durch den Cloud basierten Ansatz. Was von Datenschützern teilsweise kritisch beäugt wird, ist mit Hinblick auf die Usability eine großer Vorteil. Statt wie bei herkömmlichen Desktopversionen wie den Office 2013 Suiten oder dem in die Jahre gekommenen Office 2010 hat man mit dem neuen “Online Office” mit Hilfe eines Kontos bei Microsoft von jedem Endgerät und jedem Ort der Welt Zugriff auf seine Office Software und Dokumente, zu Hause, im Urlaub, auf Geschäftsreisen, auf dem Dektop PC, Laptop und Tablet.

Ein genereller Nachteil, gerade für private Nutzer: Wer nur das Schreibprogramm Word benötigt, zahlt für die Lizenz kaum weniger als für das komplette Office Home and Student Paket in der 2013 Version mit Word, Excel, Onenote und Powerpoint. Der Preisunterschied auf der offiziellen Microsoft Webseite beträgt gerade mal 4€ (135€ zu 139€). Die Office 365 Variante für private Nutzer enthält zusätzlich Outlook, Access und Publisher, ist aber nur als Abonnement erhältlich, entweder für 7€ monatlich oder 69€ im Jahr mit Personal Lizenz (10€ monatlich oder 99€ im Jahr für die 5er Home Lizenz für die ganze Familie). Updates sind dann kostenfrei, aber wer nicht ständig neue Features braucht, zahlt über mehrere Jahre gerechnet so einiges mehr als beim einmaligen Kauf.

Insgesamt sind Word und Office von der Qualität her sicher über jeden Zweifel erhaben, für die Einsatz zu Hause aber auch die teuerste Variante.

Tipp: Vereinzelt wird noch Office 2010 günstig zum Kauf angeboten. Hier muß man zwar auf jegliche Cloud Unterstützung verzichten, die Funktionalität unterscheidet sich sonst aber kaum von Office 2013. Auch wenn 2010 veraltet klingt, für den Hausgebrauch vollkommen ausreichend. Im Gegensatz zur Cloud Variante muß hier aber ein, vorzugsweise aktuelles, Microsoft Betriebssystem wie Windows 7 vorhanden sein.

Tastatur

Open Office mit Writer Schreibprogramm für Windows

Open Office von der Apache Software Foundation ist sogenannte Open Source Software, der Quellcode ist für jedermann abrufbar und die Entwicklung erfolgt durch Freiwillige, die es ermöglichen, daß diese Software komplett kostenlos ist. Keine versteckten Kosten, keine Zwangsregistrierung wie bei Microsoft, einfach runterladen und installieren, auch Updates sind dauerhaft kostenfrei.

Wer sich mit den Microsoft Programmen auskennt, findet sich schnell zurecht: Writer ist wie Word, Calc wie Excel, Impress wie Powerpoint, Base wie Access, mit Math lassen sich mathematische Formeln darstellen, via Draw kann man Diagramme erstellen. Ein gewisser Umlernprozess ist aber nötig, mit technischer Afiinität und generellem Verständnis für Software aber kein Problem.

Einzige Nachteile: Auch wenn die Entwickler bestrebt sind, eine maximale Kompatibilität von Open Office mit Microsoft Office sicherzustellen, zu 100% gelingt das nicht. Zwar läßt sich jedes Microsoft Dokument öffnen und bearbeiten, im Details kann es aber gerade bei diversen Macros zu Problemen kommen. Für den privaten Einsatz kein Problem, bei geschäftlichen Dokumenten aber schwierig. Auch wenn das Interface ähnlich ist: Wer gerade erst über eine Schulung anhand von Word gelernt hat, wie ein Schreibprogramm funktioniert, tut sich anfangs aber eventuell schwer, wenn es um komplexere Dokumente als einen Standardbrief geht.

Tipp: Einfach ausprobieren, das Softwarepaket kann auch problemlos parallel zu Microsoft Office installiert werden.

Arbeitsplatz

Weitere Schreibprogramme für Windows

Auch wenn es noch einige kleinere Anbieter für Office Programmen gibt, wir raten vom Einsatz dieser Lösungen ab. Egal ob Libre Office, Free Office, abiWord, Oxygen Office oder Softmaker Office, meist Spin-Offs von Open Office, außer für ganz spezielle Einsatzbereiche bieten diese Suiten keinen Vorteil gegenüber den großen zwei. Updates sucht man oft über einen längeren Zeitraum vergebens, einige dieser Anbietern bundeln auch andere Software mit ihren Paketen. Wer nicht genau aufpasst, wo er bei der Installation einen Haken setzt und wo nicht, belastet seinen Rechner möglicherweise mit unerwünschten Zusatzprogrammen.

Eine schnelle und einfache Alternative für alle die kein Problem damit haben Texte online statt mit einer Schreibprogramm Software zu erstellen und bearbeiten ist Google Docs. Die integrierte Textverarbeitung kann sich sehen lassen, lediglich das Drucken ist etwas umständlich. Direkt drucken kann man die Dokumente nur auch dem Google Chrome Browser, wer Firefox, Safari oder den Internet Explorer nutzt muß das Dokument erst als PDF exportieren und dann aus dem PDF Reader, der zusätzlich installiert sein muß, drucken. Letzteren gibt es kostenlos von Adobe (Vorsicht, Haken beim optionalen Antivirenprogramm entfernen) oder Foxit.

Mac Tastatur

Apple Pages Schreibprogramm für Mac

Apple bietet mit Pages ein reines Schreibprogramm für OS X ab 10.6.6 (Yosemite) an, die aktuelle Version ist für kleines Geld, aktuell 17,99€, im App Store erhältlich. Die Version für iPad und iPhone ist mit 8,99€ noch günstiger. Einfach zu bedienen, leider wird von vielen zu Recht kritisiert, daß angekündigte Features schon seit Ewigkeiten nicht integriert wurden, schlimmer noch, liebgewonnene Funktionen wurden bei Schritt von 4.x auf 5.x schlicht entfernt. Auch die Anbindung zur iCloud funktioniert aktuell noch nicht. So bleibt insgesamt ein gemischter Eindruck: Eigentlich tolle Software, der die Entwickler bei Apple aber offensichtlich nicht die Aufmerksamtkeit schenken, die sich viele Nutzer wünschen würden.

Mac Arbeitsplatz

Open Office mit Writer Schreibprogramm für Mac

Wer eine mindestens OS 10.4 auf seinem Mac installiert hat, kann auch Open Office in der speziellen Version für den Mac installieren. Die Software ist zwar strenggenommen für Intel Prozessoren optimiert, was man aber im Praxiseinsatz abeseits von eher theoretischen Meßwerten nicht merkt. Kleiner Stolperstein: Die per se sehr sinnvollen Sicherheitseinstellungen aktueller OS X Versionen verhindern die Installation von Drittanbietersoftware abseits des App Store. Somit muss man zur Installation von Open Office die Sicherheitseinstellungen zumindest temporär auf “Keine Einschränkungen” ändern, diese Option findet sich bei den Systemeinstellungen.

Was die Funktionalität angeht: siehe oben, wie bei der Windows Version, uneingeschränkt empfehlenswert.

Schreibtisch

Microsoft Office mit Word Schreibprogramm für Mac

siehe Windows, lediglich die Namensgebung ist eine andere, statt Office 2013 nennt sich die aktuelle Mac Version Office 2011, es gibt wie bei Windows eine reine Desktopversion sowie die neue Clood Lösung, der Preis ist ebenfalls gleich. SystemVoraussetzung ist OS 10.6 oder höher.

Laptop

Fazit aller Schreibprogramm im Vergleich

Im Grunde gibt es zwei sinnvolle Wahlmöglichkeiten: Open Office oder Microsoft Office. Wie viele Unternehmen, setzt Microsoft dabei aktuell voll auf den Cloud Ansatz. Angesichts stetig steigender Verkaufszahlen bei Tablets und immer mehr Firmen die auch flexiblere Arbeitsmodelle wie Home Office anbieten sicher ein cleverer Schritt. Auch wenn mancher sich sicher noch daran stört, Software im Abo zu erwerben und seine Daten einem Unternehmen aus den USA anzuvertrauen: Es ist einfach komfortabel, kein hin- und herkopieren, kein aufweniges synchronisieren, einfach jederzeit und an jedem Ort loslegen…und wenn der Computer mal seinen Geist aufgibt, gehen selbst wenn man es mit Datensicherung und Backups wenig genau genommen hat, keine wichtigen Dokumente verloren.

Zum Schluss eine Warnung: Kostenlose Schreibprogramme wie Open Office sollten immer über die offizielle Anbieterseite heruntergeladen werden, in unserem Test sind daher auch nur offizielle Quellen verlinkt. Bei einer Suche über Google wird oft nicht die offizielle Seite als erstes angezeigt, sondern die Downloadportale einiger großer Computermagazine.

Wir raten explizit von der Nutzung dieser Zeitschriftenportale ab, neben großen Mengen an Werbung, die unerfahrene Nutzer schnell mit dem “echten” Downloadlink verwechseln, ist Software dort teils via eigene Installer gebundelt, also mit Beigaben die im Installationsprozess zwar abgewählt werden können, oft aber aus Unwissen mit installiert werden, versehen. Bei diesen Beigaben, meist Toolsbars, handelt es sich um Programme die teilweise von führenden Virenscannern als Malware oder Spyware klassifiziert werden, da sie Nutzerdaten erfassen oder z.B. die Startseite im Browser ändern oder die Suche von Google auf andere Anbieter umlenken. Natürlich handelt es sich nicht um Viren oder Trojaner, echten Schaden richten derartige Beigaben nicht an, ein Ärgernis für alle die einfach nur eine bestimmte Software installieren wollen sind sie aber allemal.